Wie im richtigen Leben

Mal zum Lachen, mal zum Weinen; mal grau, mal bunt…Wie im richtigen Leben eben

Teenager und das Internet: (K)eine verhängnisvolle Affäre?

- September 25, 2014
Im Netz gefangen? BIld: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Im Netz gefangen? BIld: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Sehr viele Haushalte sind inzwischen online. Dass jeder seinen eigenen Internetzugang hat, ist nichts Neues mehr und Internet und Computer haben oft schon in der Grundschule, spätestens aber in den weiterführenden Schulen einen festen Platz. Ganz klar: Unsere Welt ist vernetzt. Das bietet sicherlich große Vorteile und für die Zukunft unserer Kids ist es wichtig, schon früh den Umgang mit Computern und dem Internet zu lernen.

Doch hat die schöne, bunte Mulitmedia-Welt auch Tücken. Wissen Sie, was Ihr Sprößling in seinem Zimmer vor dem PC treibt? Nein?? Richtig unangenehm kann es werden, wenn Sie zum Beispiel die Polizei anruft und Ihnen mitteilt, sie würde gern mit Junior reden, weil er mit einem Zahlungsservice, der Gegenstand eines gewaltigen Betruges war, eingekauft hat. Oder auch, wenn Junior mal kurz entschlossen sämtliche Datenschutzrichtlinien, die Sie mit Ihm fraglos besprochen haben vergisst, und ein Dritter, der von Ihrem Sprößling die fraglichen Daten erhielt, Schindluder getrieben hat. Alles schon gesehen, glauben sie mir.

Aufklärung über Facebook, WhatsApp und Co.

Die exzessive Nutzung sozialer Netzwerke ist unter den 14- bis 25jährigen scheinbar mittlerweile völlig normal. Absolut alles wird gepostet, idealerweise noch mit Foto und GPS-Daten. Halten Sie sich nicht mit Begriffen wie „Bewegungsprofil-Erfassung“ oder dergleichen auf. Fragen Sie Junior stattdessen ob er oder sie wirklich möchte, dass die Hass-Lehrkraft, der Erzfeind aus der Klasse nur auf sein Facebook-Profil schauen muss um zu wissen, wo sich Junior aufhält und was er macht. Möchte er/sie wirklich „Munition“ für die nächste Mobbing-Aktion liefern? Wie wäre es mit einem Shitstorm, einer gewaltigen Masse an gemeinen und erniedrigenden Bemerkungen, der sich über ihn/sie online ergießt? Und potentiell die ganze Welt liest mit. All das ist möglich und durchaus denkbar.

Noch wichtiger wird Folgendes: Was immer Junior über Facebook, Twitter, WhatsApp und Co postet, ist nicht mehr seines! Beim Anhaken der ABG gibt der User das Recht am eigenen Bild, sowie sämtliche Urheberrechte mehr oder minder vollständig auf. Sollten Bilder gepostet werden, auf denen eine andere Person eindeutig erkennbar ist, oder auch Daten, die eine Identifizierung zweifelsfrei möglich machen (Achtung: Autokennzeichen, oder Adressen!!) so stellt dies eine massive Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Person dar und kann mal richtig teuer werden. Eltern haften hier für ihre Kinder.

Schutz oder Zwang?

Wie lange sollte ein Kind eigentlich im Web sein? Darüber scheiden sich die Geister, doch wesentlich relevanter für mich, und vermutlich auch für Sie ist doch, wie lange er oder sie sich dort tatsächlich aufhält? Spätestens wenn Internetspiele, zum Beispiel meine absoluten „Lieblinge“ die MMORPGs im Spiel sind wird es Zeit, ein bisschen im Router herum zu stellen. Versuchen Sie gar nicht erst, an die Vernunft des Teenies zu appellieren, geschickt platzierte Lichteffekte, die übrigens das Belohnungs- und Suchtzentrum im Gehirn stimulieren, sorgen für jegliche Abwesenheit von Vernunft, wenn gespielt wird. Hier hilft nur, den Slot (Zugangspunkt für ein Gerät) mit Zeitschaltung zu versehen, damit er abgeschaltet wird. Dies sollte spätestens eine Stunde vor der Schlafenszeit geschehen.

Verlassen Sie sich darauf, Ihr Sohn oder Ihre Tochter wird sich garantiert nicht dafür bei Ihnen bedanken. Leider ist meist ebenso sicher, dass es anders nicht geht. Aus „nur noch fünf Minuten!“ werden Stunden und plötzlich ist es 23:00 Uhr und Ihr schulpflichtiges Kind sitzt immer noch am Spiel. Bemühen wir hier die Neurophysiologie ein bisschen: Die bereits erwähnten Licht- und Soundeffekte haben einen direkten Einfluss auf die Gehirnchemie. Es gibt Versuche bei denen etwa die Adrenalin (Stress)- oder auch Dopamin (Euphorie)- Ausschüttung gemessen wurde. Manche Spiele erreichen hier beachtliche Werte, vergleichbar mit Kampfpiloten im Einsatz. Beide Hormone sorgen für die Unterdrückung von Serotonin und Melantonin die nun Mal für Schlaf und Entspannung nötig sind. Manche der getesteten Spieler brauchten 2 Stunden (!) um so weit „runter zu kommen“, dass sie auch nur fünf Minuten still sitzen konnten!

Es ist also völlig sinnlos, den Teenie mit gewaltigem Theaterdonner, vielleicht noch unter Wegnahme wichtiger Kabel, direkt ins Bett zu scheuchen, er oder sie wird unter Umständen stundenlang brauchen, um auch nur in die Nähe des Einschlafens zu kommen. Weiter hat sich gezeigt, dass regelmäßiger oder gar täglicher Konsum der fraglichen Spiele die Schlafqualität nachhaltig beeinflusst. Aus eigener Erfahrung darf ich Sie versichern, dass dann ganz gern auch im Traum noch „weiter gezockt“ wird.

Fact or Faked??

Sowohl in sozialen Netzwerken als auch bei den meisten Onlinespielen haben die Teilnehmer ein Profil. Wenn Papier schon geduldig ist, was ist dann erst das Internet? Es gibt absolut keine Möglichkeit, die Richtigkeit von Profilen überprüfen. Es gab bereits mehrere Fälle, in denen Kinderschänder als Kinder oder jugendliche Facebook-Nutzer oder Online-Spieler auftraten und sich so das Vertrauen der Kids erschlichen.

Eine andere Gefahr ist die Emotionale: Kids glauben, was sie lesen oder hören. So haben sie plötzlich einen „Bro“ oder eine „Sis“ auf Facebook oder auch in einem Online-Spiel. Bis, ja bis, sie dem fraglichen User nichts mehr bedeuten oder ordentlich abgezockt wurden. Dann ist nichts mehr mit „Bro“ oder „Sis“ und Ihr Kind hat ein gebrochenes Herz. Weint vielleicht, leidet aber auf jeden Fall unter einer gewaltigen menschlichen Enttäuschung. Von virtuellen Beziehungen will ich hier gar nicht anfangen, glauben Sie mir, das Drama ist nicht kleiner als beim Zerbrechen einer „Real-Life“-Beziehung.

Es wird Zeit, dass die virtuelle Erziehung, also eine genaue und sorgfältige Aufklärung über Datenschutz, angemessenes Verhalten im Web und vor allem die totale und gnadenlose Öffentlichkeit, in die sich Ihr Kind begibt, möglichst früh einzubauen. Dabei geht es nicht darum, die Kinder misstrauisch zu machen oder gar ganz aus dem Netz fernzuhalten. Vielmehr sollten wir verständnisvoll und offen sein, wenn dem Kind etwas komisch vorkommt. Alarmiert sollten wir sein, wenn Treffen mit „online-Kumpeln“ anstehen und erst recht, wenn sich das Verhalten des Kindes ändert.

Übrigens: Es ist keine Schande, wenn wir als Eltern erst Mal viel lesen müssen, vielleicht sogar Beratung in Anspruch nehmen. Und es ist vielleicht gar nicht so verkehrt, das eine oder andere Spiel auch einmal zu spielen. Der Weg ins Herz von Menschen jeden Alters heißt „Verständnis“. Also machen wir neue Erfahrungen mit den Kids, damit wir sie wirklich begleiten und nicht nur „zurecht stutzen“ können.

Die „Affäre“ mit dem Web muss gar nicht verhängnisvoll sein. Ich kenne da einen Teenager, der das Web nutzt, um seine Sportbegeisterung zu teilen. Was er schreibt, ist lesenswert. Gleichzeitig übt er Deutsch und das Einnehmen eines anderen Standpunktes. Wie das aussieht? Schauen Sie selbst!

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4 responses to “Teenager und das Internet: (K)eine verhängnisvolle Affäre?

  1. gageier sagt:

    Einen schönen Abend und ein super Wochenende das wünsche ich dir mit vielen lieben Grüßen Klaus

  2. gageier sagt:

    Liebe Ina heute es regnet mal wieder von wegen das Wochenende soll sonnig werden davon ist nichts zu sehen ,aber machen wir das Beste daraus sei ganz lieb gegrüßt mit vielen lieben Grüßen Klaus

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