Wie im richtigen Leben

Mal zum Lachen, mal zum Weinen; mal grau, mal bunt…Wie im richtigen Leben eben

Neustart und Veränderungen

Die Zwangspause ist endlich vorbei und wie gewohnt geht es jetzt hier weiter. Jedoch habe ich meine unfreiwillige Auszeit gut genutzt, um die Technik ein wenig anzupassen. Zugegeben, das Ausmaß der Anpassung war so zunächst nicht geplant, hat sich aber dennoch als gute Entscheidung herausgestellt.

Windows raus, Ubuntu rein

Urspünglich wollte ich Ubuntu 14.10 als zweites Betriebssystem installieren. Also, .iso-Datei runter geladen, auf CD gebrannt, und losgelegt. Nach vorheriger Datensicherung und nachdem ich die wirklich tolle Funktion des Live-Tests genutzt hatte, drückte ich auf „Installieren“. Obwohl ich dem Programm „gesagt“ hatte, ich wolle als Nebensystem installieren, überschrieb Ubuntu Windows komplett! Erste Reaktion: *KREISCH!!* Doch zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass das alles gar nicht so doof war. Ich nutze meinen Rechner hauptsächlich zum Schreiben und um ein bisschen kreativ zu sein. 3-D-Animationen, Fantasybilder kreieren, das möchte ich einfach mal versuchen. Sollte dabei jemals was Brauchbares heraus kommen, werde ich es natürlich hier voller Stolz präsentieren. 😉

Das komplette Überschreiben kam übrigens auf Grund eines „Verklickers“ zu Stande, wie sich später zeigte, als mein Großer Ubuntu von der gleichen CD ebenfalls als Nebensystem und völlig korrekt installierte. Soweit, so gut also, es ging ans Anpassen. Hier muss gesagt werden, dass Ubuntu sehr viel über das Terminal macht. Das sieht ungefähr so aus, wie der „command-Bereich“ unter Windows und erinnert an die MS-DOS Zeiten. Jeder Windows-User hat eine natürliche Abneigung dagegen, in diesem Bereich irgend etwas zu machen. So ging es auch mir, und bei den ersten Kommandos habe ich ganz schön geschwitzt. Man gewöhnt sich jedoch recht schnell daran, dass Ubuntu viele Konfigurationen nur über das Terminal zulässt. Das Aufspielen der gewünschten Programme erfolgt über das Softwarecenter, welches wirklich sehr gut ausgestattet ist. Hier finden sich nahezu ausschließlich Open-Source oder kostenfreie Programme, so dass man mit diesem Betriebssystem zumindest auf der kreativen Schiene sehr schnell einen Rechner zusammen stellen kann, der mit vergleichbaren Windowsprogrammen immens teuer würde. Hier seien nur „Gimp“ oder auch „Blender“ genannt, beides Bildbearbeitungs- beziehungsweise Animationsprogramme. Auch das Officepack „Libre Office“ Open-Source, hält inzwischen ganz locker mit vergleichbaren kostenpflichtigen Programmen mit.

Was genau ist Ubuntu eigentlich?

Das kostenfreie Betriebssystem gehört zur Linux-Familie. Ubuntu ist ein afrikanisches Wort, welches das Gemeinwesen beschreibt: Was einer hinein gibt, darf und soll von allen genutzt werden, alle kommen einem Einzelnen zu Hilfe, wenn dies nötig wird. Entsprechend entwickeln alle Mitglieder der Ubuntu-Nutzergemeinschaft das Betriebssystem mit. Einzige Auflage: Es muss immer kostenfrei und für alle verfügbar bleiben. Nur etwa halb so groß wie Windows 8, arbeitet das System sehr schnell, sicher und vor allem stabil. Es hielt für mich persönlich einige Überraschungen bereit, so kann ich zum Beispiel jetzt unter Ubuntu HD-Videos flüssig und ohne Ruckeln anschauen, das ging unter Windows nicht. Bei absolut jeder kleinen Veränderung fordert das System das Administratorenkennwort ab. Ich fand das zunächst etwas nervend, lernte das aber schnell zu schätzen, denn wenn sich mein Jüngster die Maschine leiht um ein bisschen zu spielen, kann er nicht einfach so die Firewall abschalten ;). Für mich beeindruckend ist, dass die ganzen freien Programme mittlerweile durchaus mit kostenpflichtigen und teils sehr teuren „Geschwistern“ mithalten können, sich oft sogar als noch nutzerfreundlicher herausstellen.

Was kann Ubuntu, und was nicht?

Der Download von Ubuntu ist kostenlos und kann zum Beispiel über die Seite ubuntuusers.de stattfinden. Es stellt ein sehr sicheres System dar, da jede selbst theoretische Lücke sofort von den vielen Entwicklern geschlossen wird. Jedoch sollte man bedenken, dass sich Ubuntu zum Beispiel (noch) nicht für Gamer eignet. Manche sehr beliebte Spiele, wie etwa „Minecraft“, laufen unter Ubuntu flüssiger, als unter Windows, andere jedoch laufen einfach nicht. Hier kann der Emulator „Wine“ helfen, er gaukelt dem fraglichen Programm eine Windows-Umgebung vor. Das funktioniert oft, aber (noch) nicht immer. Auch kann die „Virtual Box“ hier eine Idee sein, man kann in ihr Windows in einer Art Sandbox laufen lassen. Auch viele Programme, wie man sie in Firmen findet wie etwa Abrechnungs- oder Verwaltungssoftware, laufen nicht. Zu manchen dieser Anwendungen gibt es Alternativen, doch sollte das ein Gesichtspunkt sein, den man bedenken muss ehe man ganz auf Ubuntu wechselt.

Wird der Rechner fürs Surfen, Chatten, Schreiben und zum Bearbeiten von Bildern genutzt, ist Ubuntu das Betriebssystem der Wahl. Der Browser läuft schneller und man darf getrost davon ausgehen, dass man nicht ständig „raus pingt“, was man gerade macht. Es ist mit Ubuntu möglich, den Rechner komplett abzuschotten. Auch für wissenschaftliche Arbeiten ist Ubuntu als kleines, leistungsfähiges Betriebssystem absolut empfehlenswert. Schwächen konnte ich nur beim Gaming feststellen. Was ebenfalls erwähnt werden muss ist die Tatsache, dass unter Ubuntu hie und da ein bisschen „basteln“ angesagt ist. So hatte ich meine liebe Not, mein Handy mit dem Ubuntu-Rechner zu verbinden. Hier hilft es, im Forum von ubuntuusers.de zu lesen, oder einfach nachzufragen. Man hilft sich hier wirklich gegenseitig und mit einem kleinen „Terminal-Trick“ wurde das Telefon schließlich doch erkannt. Auch die Sache mit dem Drucker erforderte etwas Herumprobieren. Inzwischen läuft aber alles und wer sich daran nicht stört, darf getrost sicher sein: Für absolut jede Frage rund um Ubuntu gibt es eine Antwort und wenn etwas nicht direkt klappt, dann mit ein bisschen „zaubern“ im Terminal. Auch etwas, was ich als absoluten Vorteil werte, dass Ubuntu sehr flexibel ist, es lernt sozusagen von seinen Nutzern.

Ich werde gerne immer wieder einmal über Erfahrungen berichten, bisher kann ich sagen, dass meine Schusselei, die zum „Abschuss“ von Windows führte, sich als echter Glücksfall erwiesen hat.

 

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Erzwungene Ruhe

Leider wird der Blog die nächsten ein oder zwei Wochen ruhen müssen, eine Sehnenscheidenentzündung in der rechten Hand zwingt mich zur Pause. 😦 Sobald alles verheilt ist, geht es wie gewohnt weiter.

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Novembergedanken

Novemberlicht. Bild: twinlili/pixelio.de

Novemberlicht. Bild: twinlili/pixelio.de

Nun ist er also da, der November. Ich empfinde ihn als den trübsten Monat im Jahr. Es ist meist schon kalt und regnerisch, oder es schneit gar schon und viele Sonntage sind dem Totengedenken gewidmet. Auch die Natur wirkt wie in todesähnlichem Schlaf: keine Blätter mehr an den Bäumen, keine Blüten, die Früchte sind alle geerntet. Natürlich denke ich dann auch an meine lieben Verstorbenen, Familienmitglieder und Freunde, die diese Welt verlassen haben. Inzwischen werde ich dabei aber nicht mehr so traurig denn ich habe mit den Jahren eine etwas andere Sicht gewonnen.

So schmerzlich der Verlust auch war und manchmal heute noch ist, ebenso sehr ist es wahr, dass diese wunderbaren Menschen für eine Zeit meine Wegbegleiter waren. Ebenso wahr wie die Trauer sind all die Freude, das Lachen, die schönen Zeiten und die Liebe, die wir geteilt haben. Ich habe gelernt, dafür dankbar zu sein. In den Tränen über den Verlust auch ein Lächeln zu finden dafür, dass ich meine Lieben kennen, erleben und von ihnen lernen durfte. Ich finde, dieser tröstliche Gedanke darf in allem stillen Gedenken einen Platz haben, wie eine Kerze in der Dunkelheit. Vielleicht kommt daher die Tradition, im November die Gräber mit Lichtern zu schmücken. Auch der trübste November kann so manchen Sonnenstrahl nicht überdecken. Vielleicht können wir gerade in diesem Monat lernen all die kleinen Lichter, sei es eine halbe Stunde Sonnenschein, oder auch all die kleinen schönen Dinge im Leben wertzuschätzen. Oft genug sind gerade sie es, die uns halten.

Ich wünsche Ihnen allen, liebe Leser, dass die kleinen aber machtvollen „Novemberlichter“ Ihre Augen und Ihre Herzen erreichen, sie wärmen und das nicht nur im kalendarischen November, sondern immer, wenn es „November“ in Ihrem Leben wird.

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