Wie im richtigen Leben

Mal zum Lachen, mal zum Weinen; mal grau, mal bunt…Wie im richtigen Leben eben

Ein junger Wildfang bringt das Glück zurück

Das ist Aris. er ist genauso lieb, wie er aussieht

Das ist Aris. er ist genauso lieb, wie er aussieht

Meine Lieben,

Ihr erinnert Euch sicher an den Tod meines Freundes Croma. Shana, meine liebe Freundin und ich, waren so traurig. Und dann wurde der Kummer noch schlimmer. Shana wollte nicht mehr essen, hat jeden angeknurrt und weinte nur noch oder starrte vor sich hin. Immer wieder ging sie zu Cromas Schlafplatz, aber er war nicht da. Da hat sie wieder geweint, wollte nicht getröstet werden. Sogar unsere Menschin hat sie weg geschickt. Sie war sehr ratlos, unsere Menschin, denn sie wollte Shana so gerne helfen. Ich habe große Angst gehabt, das Shana auch über den Regenbogen geht und meine Menschin hatte diese Angst auch.

Eines Tages schließlich, gab Shana selbst den Hinweis, was sie sich wünscht: Sie begann beim Spazierengehen, ihre Hundefreunde zu locken. „Kommt doch mit zu mir nach Hause, ich bin so allein,“ hat sie gegurrt. Doch das ging natürlich nicht. Aber meine Menschin hat verstanden. Sie hat die anderen Menschen zusammen geholt und hat ihnen davon erzählt. Schnell war für die Menschen klar: Sie werden Shana einen neuen Hundefreund vorstellen, in der Hoffnung, dass sie einen neuen Gefährten akzeptieren, und ihre Seele so Heilung finden würde. Also haben sie gesucht. Im Internet. Sie wollten zuerst ein Hundebaby, denn Shana ist die Chefin hier und sollte auf ihre alten Tage nicht um ihren Rang kämpfen müssen. Ausgewachsen sollte das Baby etwa so groß werden, wie Shana, eher größer, denn sie mag große Jungs. 😉

Menschen sind faszinierend

Ich hab auch ein bisschen mit geguckt und dabei was ganz Aufregendes gefunden: Manche Menschen beschließen, dass sie sich um Hunde und Katzen kümmern wollen, die sie gar nicht kennen! Man nennt das „Tierschutzorganisation“. Könnt Ihr Euch das vorstellen? Diese, zweifellos ganz besonderen Menschen, tun alles, um fremden Hunde- und Katzengeschwistern zu helfen, gesund zu werden und ein gutes zu Hause zu finden. In manchen Gegenden, eine davon heißt „Süd-Europa“, müssen Hunde und Katzen auf der Straße leben und um ihr Überleben kämpfen. Ich fand das ganz schrecklich. Ich meine, ich weiß, dass es uns hier sehr gut geht, aber das wir in so einer Art Himmel leben, war mir nicht so klar. Da haben wir auch ein Hundekind gefunden. Die kleine Menschin hat da hin geschrieben und dann hat die große Menschin mit den Leuten telefoniert.

Die Organisation heißt übrigens Protier.e.V. Es muss wohl eine sehr nette Menschin gewesen sein, mit der meine Menschin gesprochen hat, denn sie haben lange geredet und viel gelacht. Das Hundekind hatte schon ein zu Hause aber ich hab einen Namen gehört: „Aris“. Sehr interessant. Eine Woche später haben die Menschen dann diesen faszinierenden Aris besucht. Und als sie nach Hause kamen, war er dabei. Mann hab ich gestaunt denn Aris war groß. Ich meine, wirklich richtig groß! Von seinen Pfoten bis zu seinen Schultern kann man 70 Stück von diesen Zentimeter-Dingern übereinander stellen. Und…er war nett! Er hat so weiches Fell, sogar mit ein paar Locken. Er hat mich nicht geschubst und als ich ihm vorsichtig ein Köpfchen gegeben habe, schließlich weiß ich genau was sich gehört, hat er sein Gesicht an meine Schulter gelegt. Jetzt ist er mein Freund. Auch Shana mag ihn sehr gern. Er darf auf ihrer Decke liegen und Shana hat erzählt, dass er sie vor allzu aufdringlichen anderen Hunden beschützt. Sie haben sogar schon zusammen gesungen! So etwas habe ich noch nie gehört. Ein besonderer Ton. Er klingt wie…also genau wie…“wir gehören zusammen“.

Mit Aris an ihrer Seite geht Shana sogar baden. :)

Mit Aris an ihrer Seite geht Shana sogar baden. 🙂

Pfötchen drücken

Zunächst war Aris nur für eine Woche zu Besuch. Aber schon nach ein paar Tagen wollten wir alle zusammen bleiben. Nein, er war nicht Croma. Aber wenn Shana traurig war, hat er an ihrem Ohr geknabbert oder sich neben sie gelegt. Und dann wurde Shana wieder froh. Sie spielen zusammen und ich habe so gehofft, das Aris bleiben darf. Vor ein paar Tagen hat die Menschin mit dem Falterhof, auf dem Aris vorher gewohnt hat telefoniert, und der Menschin, die sich dort um alles kümmert gesagt, das Aris bei uns bleiben darf. Ich hab mich so gefreut und Shana hat erleichtert geseufzt, als ich es ihr erzählt habe.

Aris hat uns erzählt, dass er als kleiner Junge auf einer Insel gewohnt hat. „Sardinien“ heißt die. Da ist es wohl nicht besonders schön. Nur Büsche zum schlafen und zum essen das, was andere weggeworfen haben. Dann kamen Menschen, und haben ihn, seine Mama und seine Geschwister in ein großes Ding gebracht, das „Flugzeug“ heißt. Eine Weile später war er hier. Auf dem Falterhof hat es ihm sehr gefallen, aber er musste sich die Menschen mit vielen anderen Hunden und Katzen teilen. Er wollte aber eine Familie für sich allein. Nun ist er hier bei uns. Und wir sind bei ihm. Ich zeige Euch hier ein paar Bilder von ihm und vermutlich werdet Ihr noch einiges von ihm lesen. Nun haben wir wieder einen neuen Freund. Unsere Freundschaft ist aus Tränen geboren, aber vielleicht wächst sie genau deswegen stark und gut.

Zusammen entspannt es sich am besten

Zusammen entspannt es sich am besten

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Katzentränen fließen wie Menschentränen

Meine Lieben,

gestern war ein schrecklicher Tag. Mein alter Freund Croma konnte nicht mehr aufstehen und dann hat er angefangen, vor Schmerzen zu weinen und zu schreien. Meine Menschin hat verzweifelt versucht, ihm zu helfen, aber es ging nicht. Also hat sie einen Doktor-Menschen angerufen. Der war so lieb, sogar zu uns zu kommen. Er sagte, er sei ein „mobiler Tierarzt“. Fand ich sehr nett. Ich dachte, er würde meinem Freund bestimmt helfen. Hat er ja auch, irgendwie. Entschuldigt, ich muss meine Tränen wegwischen. Schaut, das ist mein schöner, großer , sanfter Freund:

Großer Schmuser mit Kuscheltier. Mein Croma, er wird mir so fehlen!

Großer Schmuser mit Kuscheltier. Mein Croma, er wird mir so fehlen!

Er hat so ein Spritzending aus einer Tasche genommen. Da ist der ganz kleine Mensch mit dem ganz großen rausgegangen. Meine Menschin hat Cromas Kopf gehalten, ihn gestreichelt und lieb mit ihm gesprochen. Und ihr Herz, es hat wieder so schrecklich laut und hohl gepocht. Dann haben die Jung-Menschen sich an den Händen genommen und angefangen zu weinen. Da wusste ich, dass etwas Schlimmes passieren würde. Der Doktormensch hat Croma eine Spritze gegeben, und dann ist Croma sehr schnell eingeschlafen. Jetzt hat die Menschin furchtbar laut geschluchzt und Croma an sich gedrückt, als er die zweite Spritze bekam. Und dann, dann hat er plötzlich keinen Herzschlag mehr gehabt. Und sein Atmen hat aufgehört. Seine Seele hat hell aufgeleuchtet, und ist gegangen.

Sie haben ihn dann gewaschen, weil er noch einmal Pipi gemacht hat und dann haben die Menschen ihn weggebracht. Nun ist sein Platz leer. Für immer. Können Katzenherzen jemals heilen? Ich weiß nicht. Im Moment glaube ich nicht. Ich schaue immer wieder auf seinen Platz ob er vielleicht doch wieder da ist und ich alles nur geträumt habe. Aber er ist nicht da. Nur eine Kerze und seine Hundemarke. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll. Es tut so schrecklich weh. Ihm tut jetzt nichts mehr weh, und ich hoffe sehr, er benimmt sich im Land hinter dem Regenbogen. Aber ich glaube, er muss das gar nicht. Dort darf er bestimmt alles. Auch Wurstpackungen verstecken und heimlich leer essen.

Leb wohl, mein Freund und gute Reise. Der Regenbogen sei weich und strahlend unter deinen Pfoten. Wir werden uns wieder sehen. Irgendwann

 

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