Wie im richtigen Leben

Mal zum Lachen, mal zum Weinen; mal grau, mal bunt…Wie im richtigen Leben eben

Terror wird Alltag

 

Um es einmal voraus zu schicken, ich benutze hier das Wort „Terror“ definitionsgemäß. Eine direkte Übersetzung des alt-griechischen Wortes gibt es nicht. Es beschreibt eine dauernde, latente Angst vor einer sehr realen jedoch nicht greifbaren Gefahr. In diesem Sinne betrachtet kann man also auch den Amoklauf in München als Terror bezeichnen, denn weder Sie noch ich können wissen, und das haben die jüngsten Entwicklungen gezeigt, ob nicht morgen der Nachbar von gegenüber ausflippt.

Es ist eine ebenso bedrohliche wie wenig überraschende Entwicklung, die man hier sieht. Warum Sie bedrohlich ist, ist vermutlich klar. Wenig überraschend ist sie, wenn man sich die Umstände betrachtet. Wohlverstanden, ich breche hier gewiss keine Lanze für die Täter von Würzburg, München, Reutlingen und Ansbach. Doch sind mir beim Versuch das Unverständliche zumindest rational greifbar zu machen einige Muster aufgefallen.

Alle Täter sind Männer. Alle Täter waren unter 30, alle hatten einen Migrations-/Flüchtlingshintergrund. Alle waren Muslime oder sind nahe am Islam aufgewachsen. Allen ging es darum, möglichst viel Effektheischerei zu betreiben und möglichst grausam vorzugehen. Einmal im Leben wichtig sein, Sie verstehen?

Mehrere Ansätze, um sich dem „warum“ zu nähern

Und, Achtung, es wird spannend, alle fühlten sich von der Gesellschaft benachteiligt. Der Täter von Würzburg galt als Außenseiter und war vermutlich traumatisiert. Der Täter von München war psychisch krank und sagte „er müsse jetzt alle erschießen, weil er wegen uns (der Gesellschaft) gemobbt worden sei“. Derjenige von Reutlingen hatte offenbar eine Frau unehelich geschwängert (geht bei den Muslimen gar nicht) und griff zur radikalen „Problemlösung“. Und der Ansbacher? Sein Asylantrag war abgelehnt worden und er war hier geduldet. Bekanntermaßen psychisch instabil, da mehrere Selbstmordversuche bekannt waren.

Ansatz 1: So sehr wir an unserer freiheitlichen Ordnung festzuhalten gedenken, sollten wir die Frage aufwerfen: Wie freiheitlich ist unsere Gesellschaft eigentlich? Und für wen? Wir sind alle gleich, okay. Ist aber jemand, der in diese Gesellschaft hinein kommt weniger gleich? Offensichtlich, siehe oben.

Schnallen Sie sich an, liebe Leser, jetzt rede ich einmal Tacheles. Wissen Sie, wie ich unsere Gesellschaft sehe? In erster Linie einmal als mit einer wohlklingenden Verfassung verbrämten, hemmungslos gelebten Egoismus. Jeder hat die gleichen Chancen, jeder genießt die gleichen Freiheiten wenn, ja wenn, die Hautfarbe passt, die Nase und natürlich die Religion und, ganz wichtig, das Geschlecht. Falls nicht sind wir natürlich frei, den fraglichen Menschen auszugrenzen. Jeder darf hier jeden Schwachsinn postulieren, denn es herrscht ja Redefreiheit, nicht wahr?

Und jeder darf hemmungslos seine Neurosen und Feindseligkeiten ausleben weil, siehe oben. So etwas wie einen Grundrespekt vor dem Nächsten gibt es schon lange nicht mehr. Das durfte ich erst gestern am eigenen Leib erfahren, als ein auf Grund seines XY-Chromosoms natürlich immer recht habender Mitmensch mich als „Scheißweib“ das ihn „am Arsch lecken solle“ bezeichnet hat, als ich sein unerträglich aggressives Verhalten etwas dämpfen wollte. Das geschah übrigens nicht mittels tiefer Linken, sondern einfach mittels der Bitte, doch mal ein bisschen runter zu kommen und die Kirche im Dorf zu lassen. Natürlich gibt es in der Welt dieses armen Tropfes auch nur „scheiß Ausländer“ und nur „pöse Kollegen und Chefs“ die seine unfassbare Großartigkeit einfach nicht würdigen, die Sache mit den „Scheißweibern“ hatten wir ja schon. Natürlich gibt es auch genug XX-Chrosmosmenträger, die umgeben von „Scheißkerlen“ leben. Kenne Sie solche Typen? Natürlich tun Sie das! Diese „Abart“ des Menschen schießt absolut ins Kraut. Aus dieser Ecke rekrutieren Extreme jeder Couleur ihre Schreihälse.

Derart persönlichkeitsfreie, schwache und instabile Menschen prägen mehr und mehr das Bild dieser Gesellschaft. Ist es ein Wunder, dass sich manche genötigt sehen, diese „verderbte Gesellschaft aus Ungläubigen“ anzugreifen!? Ein Ungläubiger ist im Sinne des Koran jemand, dem nichts heilig ist. Merken Sie was?? All unsere Linken und Rechten plärren lautstark in die Welt: „Wir sind degeneriert, ungläubig und alles, was man in vielen Gesellschaften verabscheut!“ Verstehen Sie mich recht, es geht hier nicht um das große „Mea Culpa“ sondern vielmehr darum, dass man, will man ein Phänomen verstehen nun mal auch die unangenehme Frage stellen muss: Was habe ich damit zu tun? Mobbing in unseren Schulen ist normal, allenfalls gibt’s ein „Du, du!“ Der Respekt vor dem Leben, vor dem Nächsten steht auf keinem Lehrplan und in der Erziehung spielt er offenbar auch keine Rolle wenn man sieht, dass selbst 15jährige schon extreme und rechte Ansichten kultivieren. Woher haben die das nur??

Ansatz 2: Geschichte hat eine wirklich blöde Angewohnheit. Sie neigt dazu, sich zu wiederholen. Etwas flapsig ausgedrückt könnte man also die erschreckende Tendenz muslimischer Angriffe auf die christliche Kultur als das „Rückspiel“ zu den Kreuzzügen bezeichnen. Ich bin nicht die Einzige die diese Überlegung anstellt und ich habe sie auch nicht selbst gefunden. Niemand anderer als der große Peter Scholl-Latour (+ 16.08.2014) hat mich darauf gebracht. Er hat das schon kurz nach dem WTC-Attentat gesagt, niemand wollte es hören. Mittlerweile jedoch klingt das gar nicht mehr so abgefahren, finden Sie nicht?

Es gibt übrigens noch eine zweite Quelle. Den damaligen US-Präsidenten Georg W. Bush, der ja nun bekanntlich zum „Kreuzzug“ aufrief! Das könnte in der Tat die extreme Haltung, die hemmungslose Brutalität und den Fanatismus erklären, mit dem dieser Terrorkrieg geführt wird. In diesem Falle, sind die muslimischen „Gotteskrieger“ um keinen Deut besser als die Schlächter im Namen Gottes auf den Kreuzzügen. In diesem Fall haben die Muslime ein zweites Mal verloren denn, sie begeben sich ja auf das gleiche Niveau wie die, an denen sie Rache nehmen. Mit jeder Bombe, mit jedem Axthieb, mit jedem Machetenschlag geben sie den Kreuzrittern recht.

Wenn letzteres der Fall ist, dann haben Putin, Obama und Konsorten in der Tat recht wenn sie sagen, dass sie „zur Verteidigung des christlichen Abendlandes“ Syrien und andere Quellländer des Terrors mit Bombenteppichen überziehen. Zumindest auf den ersten Blick denn sie vergessen eine wichtige Kleinigkeit: Wir leben im 21. Jahrhundert. Das bedeutet: Der Feind ist überall! Es nutzt nur bedingt, die Herkunftsländer dem Erdboden gleich zu machen, es müssen andere Methoden her!

Grau ist alle Theorie

Möglicherweise sind wir uns an diesem Punkt einig, liebe Leser, dass die ganze Welt, die ganze Menschheit ein massives Problem hat. Der gemeinsame Nenner ist der weltweit zu verzeichnende beklagenswerte Verfall von Bildung und Werten, nennen wir das Kind beim Namen, die Menschen degenerieren. Um sich „Mensch“ nennen zu dürfen reicht Vielen der aufrechte Gang und ein in alle Richtungen beweglicher Daumen. Doch reicht das wirklich? Wie wäre es, wenn wir uns mal überlegten, dass auch die Fähigkeit zur Wahl des Standpunktes, zur freien Entscheidung über das eigene Verhalten mit an Bord nähmen? Wenn wir uns einfach mal weniger von Affekten und Trieben steuern ließen, sondern unseren Intellekt, für den die Evolution immerhin fast 100 000 Jahre gebraucht hat, ihn zu entwickeln mal wieder ein bisschen mehr bemühen würden?

Ich sagte es bereits und ich sage es wieder: Wir haben nur dieses eine „Raumschiff Erde“! Vielleicht sollten wir uns das einmal klar machen! Niemand „an Bord“ hat mehr oder weniger Rechte, hier zu sein. Niemand an Bord ist mehr oder weniger Wert und wichtig. Und niemand an Bord ist als „Crew-Member“ davon befreit, endlich mal den Kopf anzuschalten, sich zu informieren und nachzudenken! Freiheit, die finden wir nur in uns selbst. Die wahre Freiheit, die nämlich der eigenen Entscheidung, ist echt fies und unbequem, deswegen geben wir sie lieber ab. Sollten wir aber irgendwann frei sein wollen, werden wir uns dieser „Unannehmlichkeit“ wohl oder übel stellen müssen! Und das…gilt für alle Beteiligten!

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Der Tag danach – Amoklauf in Würzburg

 

Nüchtern betrachtet ist meiner Familie und mir gar nichts passiert. Und dennoch ist etwas passiert. Innen drin. Doch der Reihe nach. Gestern Abend gegen 21:30 h gingen mein großer Sohn und ich mit unserem Hund am Main spazieren. Wie immer. Wir plauderten, scherzten, wetteten sogar, ob Aris bei seinem Hobby, der Froschjagd, wohl wieder in den Bach fallen würde. Wir hörten sehr viele Martinshörner, dachten uns aber nichts dabei. Wird wohl auf der A3 einen Unfall gegeben haben. Der Weg macht eine leichte Biegung. Als wir um die Kurve herum waren….standen uns zwei schwer bewaffnete Polizisten gegenüber! Wir sollten am besten zügig nach Hause gehen, sagten sie. Was passiert war? Keine Ahnung.

Mein Sohn war sehr still. Er sagte kein Wort mehr. Wer ihn kennt weiß, dass ist kein gutes Zeichen. Äußerlich ruhig gingen wir also zurück und sagten noch allen ungläubigen Radfahrer und Passanten, dass es nicht weiterging da vorne, dass wir hier weg sollten. Zu Hause angekommen, immer noch keine Info. Also ging ich auch mit der „Hunde-Oma“ raus, halt eben nicht zum Mainufer. Als ich wieder zu Hause ankam, lief das Radio. Sehr ungewöhnlich. Mein Großer war blass. „Im Zug nach Heidingsfeld hat jemand die Fahrgäste mit einer Axt angegriffen. 25 sollen verletzt sein. Ob man den Täter hat, ist noch unbekannt.“ sagte er fast wie eine Maschine. Ich hörte das, doch mein Kopf weigerte sich einfach, das zu glauben. Ein Amoklauf? Ein Anschlag gar? Hier?! In der Provinz?? Niemals!

Verzweifelter Kampf um Normalität

Wir begannen also, uns gegenseitig zu versichern, dass es bestimmt nicht so schlimm sei, es seien ja keine Hubschrauber in der Luft und auf Radio Gong hieß es ja auch „Nach bisher unbestätigten Berichten…“. 10 Minuten später kamen direkt zwei davon. Sehr langsam und akribisch suchten sie das Mainufer und auch die Weinberge ab. Inzwischen war die ganze Familie im Wohnzimmer versammelt. Als wir schließlich sahen, dass selbst große Nachrichtenmagazine berichteten war klar: Es war doch genauso schlimm, wie es sich angehört hatte. Gott sei Dank konnte die Zahl der Verletzten und Schwerverletzten nach unten korrigiert werden. Gegen 23:30 schließlich Entwarnung, der Täter war erschossen worden. Ich fühlte mich mies auf dem Weg ins Bett. Wie kann man erleichtert sein zu hören, dass ein Mensch getötet wurde?!

Heute Morgen dann weitere Nachrichten. Bei dem Täter handelte es sich um einen 17jährigen Jungen aus Afghanistan. Er war seit zwei Wochen in einer Würzburger Pflegefamilie untergebracht. Und jetzt gerade? Rasen Fragen durch meinen Kopf: Warum hier? Hier ist doch nichts! Und was macht ein Kind derart aggressiv, dass es mit einer Axt wahllos Menschen angreift?! Die einzige Antwort die ich habe ist, die Welt wird wahnsinnig! Mein Jüngster ist gerade auf dem Weg zu den Bundesjugendspielen. Er wollte eigentlich nicht. Mein cooler Teenie-Boy hat nämlich Angst. Was, wenn wieder einer ausflippt? Da sind viele Kinder aus dem ganzen Landkreis! Ein tolles Ziel. Ich konnte ihn nicht beruhigen. Also habe ich ihm gesagt, alles was wir tun können, ist dem Irrsinn zu trotzen. Wie? Indem wir ihm nicht erlauben, unser Leben zu bestimmen. Er ist gegangen. Und ich warte jetzt schon ungeduldig, dass er wieder kommt.

Der persönliche Anti-Terror-Kampf

Seit einigen Monaten wohnen im Nachbarhaus einige junge Männer aus einem arabischen Land. Syrer, wie man hört. Flüchtlinge. Wir sehen uns jeden morgen. Ich gehe zum Bäcker, sie zur Arbeit. Wir sagen uns jeden Morgen „Guten Morgen“, lächeln uns an, winken uns zu. Heute früh auch. Und ich? Ertappte mich dabei, wie mein Blick an ihnen entlang huschte. Nein, sie tragen Shorts und T-Shirt. Darunter kann man nichts verstecken. Ich habe mich so geschämt! Man darf nicht alle über einen Kamm scheren, man tut damit Unrecht. Ich senkte den Blick. Und dann? Sagte einer der Männer zu mir: „Es ist in Ordnung, Angst zu haben. Sie darf nur nicht mächtig werden.“

Ich habe ihm die Hand gegeben und ihm gedankt. Er hat eine meiner wichtigsten Fragen beantwortet. Jetzt, so begriff ich, muss ich kämpfen. Meinen persönlichen Anti-Terror-Kampf. Gegen die Angst und dagegen, dass ich aus Angst ungerecht werde oder gar abzulehnen und zu hassen anfange. Ich werde diesen Kampf kämpfen. Und ich werde auch auf meine Kinder einwirken. Nein, die Annahme, dass wir hier, weit weg von Großstädten oder anderen lohnenden Zielen recht sicher sind, war ein Irrtum. Gewalt und Terror folgen keiner Logik sondern nur der puren Lust an der Zerstörung. Dabei ist die Zerstörung von Leben nur ein Mittel zum Zweck. Was zerstört werden soll, ist das Vertrauen. Das Gefühl von Sicherheit. Und die Menschlichkeit untereinander. Ich werde das nicht zulassen. Nicht in mir. Ich werde das, woran ich glaube, nicht von der Angst fressen lassen. Niemals. Ich kämpfe. Meinen persönlichen Anti-Terror-Kampf. Meine Waffen? Mein Verstand. Und meine sture Weigerung, den Glauben an das Gute im Menschen aufzugeben.

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Sommerzauber? Gleich vor Eurer Tür!

Hallo meine Lieben!

Entschuldigt, ich war in letzter Zeit wirklich sehr beschäftigt. Aber jetzt ist es Sommer und ich nehme mir mehr Zeit. Ihr kennt ja Aris, meinen inzwischen lieben Hundefreund, der seit etwas mehr als einem Jahr bei mir und meinen Menschen lebt. Anfangs hatte er vor allem Angst. Und er war sehr unsicher. Er dachte, er macht sowieso alles falsch und niemand mag ihn. Mit viel Liebe, vielen Stunden schnurren und auch der Hilfe meiner Menschin hat er das überwunden. Er ist jetzt ein schmusiger, lieber, lustiger Jung-Hund und ich liebe ihn sehr. Und heute hat er mir eine besondere Freude gemacht. Er hat meine Menschin gebeten, Bilder auf dem Spaziergang zu machen. Die möchte ich Euch gerne zeigen.

Das ist mein lieber, guter Aris. Ist er nicht schön?

Das ist mein lieber, guter Aris. Ist er nicht schön?

Eigentlich bräuchte er den Strick gar nicht, er hört sehr gut auf meine Menschin. Aber die anderen Leute brauchen ihn, den Aris ist recht groß. Er sagt, das ist okay. Er geht lieber am Strick, als dass er jemanden aus Versehen erschreckt. Hier ist er heute spazieren gegangen:

Das ist die Fischumgehung unterhalb der Gemeindewiese. Nachts tanzen hier bestimmt die Elfen

Das ist die Fischumgehung unterhalb der Gemeindewiese. Nachts tanzen hier bestimmt die Elfen

Psst, lacht bitte nicht, aber er wollte wohl einen Frosch fangen. Hier ist er ins Wasser gefallen.

DER Platz zum Frösche fangen, tja, und baden, wenn man rutscht

DER Platz zum Frösche fangen, tja, und baden, wenn man rutscht

Damit es die Menschin nicht merkt, was passiert ist und wie nass er ist, hat er ihr schnell das gezeigt

Ablenkung geglückt?

Ablenkung geglückt?

Und weil sie gesagt hat, dass er ein großer und mutiger Jäger mit vielen Talenten ist statt zu lachen, hat er ihr noch das gezeigt.

Geschenk vom Blumenkavalier

Geschenk vom Blumenkavalier

Ob das ein schöner Spaziergang war? Ich denke, er war zauberhaft. So richtig katzenmäßig. Aber woher er Sommer kommt, das habe ich Euch ja schon einmal erzählt.  Genießt diese herrliche, warme, duftende, magische Zeit.

 

Bis bald, meine Lieben

Es schnurrt Euch einen Sommergruß

Eure Katz‘

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