Wie im richtigen Leben

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Dampfen mit der E-Zigarette – eine echte Alternative

Das ist meine.

Das ist meine.

Diverse Jahre lang, genau genommen etwa 15, habe ich geraucht. Verschiedene gescheiterte Versuche aufzuhören später beschloss ich, eine Alternative auszuprobieren, das Dampfen. Dieser Ausdruck ist nicht einfach nur ein Versuch der E-Zigarettennutzer, sich von den Tabakrauchern zu unterscheiden, sondern schlicht und einfach technisch richtig. Aus der E-Zigarette kommt nämlich kein Rauch, sondern Dampf. Rauch ist eine trockene Ansammlung von Mikropartikeln, wohingegen Dampf eine durch Wärme gasförmig gewordene Flüssigkeit ist. Ich begann, mich gründlich zu informieren. Es gibt viele Fürs und Widers, doch am Ende des Tages erschien mir die E-Zigarette doch eine interessante Alternative. Hier kurz die Punkte, die mich überzeugt haben:

– Tabakzigaretten bestehen aus einem Mix aus mehreren tausend Stoffen (die häufigste Zahl die ich las war 4000), wovon mindestens 90 definitiv krebserregend sind. Das Liquid für die E-Zigarette setzt sich aus Stoffen zusammen, wie sie alle samt in der Lebensmittelindustrie verarbeitet werden.

– Die Belastung fürs Umfeld ist bei Tabakzigaretten enorm. Man denke an den Geruch und die Tatsache, dass im ausgeatmeten Rauch immer noch erhebliche Schadstoffmengen sind. Der E-Dampf besteht aus Dampf, der allenfalls einmal leicht nach Kirsche, Vanille, oder Schokolade riecht, je nach Flüssigkeit. Der E-Dampf enthält kaum Nikotin, bei nikotinfreien Liquids natürlich gar keinen. E-Dampf hinterlässt keine Verfärbungen und, da es Dampf ist, verfliegen die Gerüche binnen Minuten komplett und spurlos

– Die Kosten sind ein wichtiger Punkt. Wer sich fürs Dampfen entscheidet, braucht eine E-Zigarette, etwas Zubehör und Liquids. Ein Einstieg kostet unter 50 Euro, die Liquids sind für um die 3 bis 5 Euro zu haben. Die E-Zigarette hat man erst mal, mit etwas Pflege für einen langen Zeitraum. Eine Tankfüllung, etwa 1 ml, reicht mehrere Stunden, manchen sogar einen ganzen Tag, in einem Fläschchen Liquid sind mindestens 10 ml drin. Bedeutet: in 10 Tagen verdampft man, nehmen wir einen Mittelwert 3,50 Euro. Starke Raucher „schaffen“ in der gleichen Zeit 60 Euro, legt man ein Päckchen Zigaretten pro Tag zu Grunde

– Kosten, die Zweite: Wenn eine Tabakzigarette brennt, dann brennt sie. Heißt: Auch wenn nicht geraucht wird, brennt die Zigarette ab. Je nach Gewohnheit raucht man tatsächlich 2/3 oder gar nur die Hälfte, wohingegen man beim Dampfen ein Knöpfchen drückt, welches das Erhitzen des Liquids auslöst. Läßt man los, macht die E-Zigarette nichts. Das heißt: Die gesamte Tankfüllung wird „verdampft“ ohne dass Liquid ungenutzt in Dampf aufgeht. Wenn Sie mögen, rechnen Sie mal aus, wie viel Geld eine Tabakzigarette buchstäblich einfach verbrennt.

– Sicherheit: An der E-Zigarette wird nichts heiß. Sollte der Verdampfer zu warm werden, schaltet sich das Gerät ab. Es entsteht durch hochwertige Geräte keinerlei Brandgefahr. Keine Asche entsteht, so kann auch im Aschenbecher nichts „kokeln“ und eventuell unbemerkt zum Brand führen.

Der Umstieg war eine Überraschung

Ich entschloss mich also, das Ganze einmal zu versuchen. Nach weiteren Recherchen entschied ich mich für ein Starterset, welches eine E-Zigarette enthielt, dazu 6 Liquids à 20 ml nach Wahl. Ich nahm drei mit 18 mg Nikotin, recht hoch, da ich viel geraucht hatte, und 3 mit 9 mg. Zusammen mit einem Wechselakku war ich mit 45 Euro inkl. Versand dabei. Hierbei handelte es sich um ein Sonderangebot, eines sehr gut sortierten und günstigen Anbieters.

Am nächsten Tag war alles da. Also die E-Zigarette befüllt und los gedampft. Ich nahm zunächst ein Liquid mit hohem Nikotingehalt. Nach nur zwei Zügen legte ich die E-Zigarette beiseite, weil ich derart zufrieden war, als hätte ich eine ganze Tabakzigarette geraucht! Natürlich war das Gefühl zunächst ungewohnt und ich spürte ein leichtes Kratzen im Hals. Der ungewohnte Geschmack, ich hatte mich für ein Liquid mit Kirschgeschmack entschieden, war kein Problem. Dass Mundtrockenheit, seltsames, schmieriges Gefühl im Mund und lang anhaltender Zigarettennachgeschmack im Mund weg blieben, war absolut kein Problem, ganz im Gegenteil.

Natürlich war noch Tabak im Haus, sozusagen als Plan B, doch ich brauchte keine zusätzliche Zigarette und nach den ersten Stunden als frischgebackene Dampferin wollte ich auch keine mehr! Das hat mich allerdings richtig erstaunt, denn ich wartete geradezu ängstlich auf den „Jieper“, der aber bis jetzt, Morgen des Tages 3, nicht kam. Ich dampfte also vor mich hin, ließ mir die Neugier meiner Familie gefallen und wurde sogar eingeladen, doch einfach mal für einen Zug nicht nach draußen zugehen. Und siehe da: keinerlei Geruchsbelästigung! Niemand musste husten und man sagte mir, ein Räucherstäbchen oder ein Raumlufterfrischer erzeugten intensivere Gerüche als mein Dampf. Ich brauche nun auch nicht mehr ins „Raucherexil“ zu gehen, oder zur Zigarette die Fenster zu öffnen.

Etwas unsicher war ich schon, denn mein Umstiegstag war der 30.12. also der Tag vor Silvester. Wie das bei der Feier sein würde? Und am Tag danach, wenn Kaffee und Zigarette sozusagen die „Kur“ waren? Vorsichtshalber hatte ich Tabak, Papers und Feuerzeug griffbereit, doch auch zur Feier, sowie heute Morgen, am 01.01.2015, kamen sie nicht zum Einsatz. Gelegentlich fehlt mir der Vorgang des Zigarettendrehens, doch in dem Fall greife ich einfach zum Strickzeug.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird. Unten finden Sie ein paar Links, die ich als Informationsquelle genutzt habe.

http://www.wahrheit-ueber-ezigaretten.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Zigarette

http://www.e-zigarette-test.de/e-zigarette-gefahren-risiken.html

http://liquid-news.de/meine-erste-e-zigarette/

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4 Kommentare »

Ein Wort vorweg

Hier entsteht sozusagen mein persönliches „Dampfertagebuch“. Ich möchte damit Alternativen zum Rauchen aufzeigen und Umsteiger motivieren, denn das Dampfen bietet viele Vorteile. Wer nie geraucht hat, sollte auch das Dampfen lassen, selbst wenn es Verdampferflüssigkeiten, sogenannte Liquids, ohne Nikotin gibt. Vieles spricht dafür, dass das Dampfen weniger schädlich ist. Bei allem was Sie lesen behalten Sie bitte immer im Hinterkopf, dass hier eine starke Raucherin schreibt, die umgestiegen ist! Dass ich damit gute Erfahrungen gemacht habe, soll niemanden dazu animieren, mit dem Dampfen anzufangen. Am gesündesten und sichersten ist und bleibt, weder zu rauchen noch zu dampfen. Wer allerdings raucht und sich eine Alternative wünscht, weil das komplette Aufhören nicht klappt oder nicht gewünscht ist, für den kann Dampfen eine Möglichkeit sein. Es ist übrigens genauso umstritten, ob das Dampfen wirklich beim Aufhören hilft, genauso wie etwa der Effekt von Nikotinpflastern alles andere als positiv gesichert ist. Das Versprechen, Dampfen sei ein Ausstieg aus der Nikotinsucht ist also falsch. Das liegt nach wie vor bei Ihnen. Doch bietet sich natürlich die Möglichkeit, mit dem Dampfen den Nikotinkonsum langsam zu senken, bis man bei Null ankommt. Ob das klappt, liegt beim Dampfer selbst.

Auch jungen Menschen, die sich vielleicht denken, Dampfen sei die „coole“ und ungefährliche Alternative zum Rauchen, sei dringend davon abgeraten. Ich kann mit durchaus vorstellen, dass der Weg den ich beschreite auch umgekehrt stattfinden kann. Will heißen, dass ein Jugendlicher der dampft irgendwann „mehr“ will und zur Zigarette greift.

Wer also weder raucht noch dampft, soll das bitte, bitte auch weiterhin bleiben lassen! Die Erfahrungen, die ich hier teile sind auf keinen Fall als Werbung fürs Dampfen zu verstehen.

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